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Antibiotikatherapie beim Pferd


Und was dann?

Anja Beifuss - Gesundheitscoach bei HBD Vital
Anja Beifuss Gesundheitscoach bei HBD Vital®
· 6 Min. Lesedauer
Ein braun-weißes Pferd grast zwischen kleinen weißen Blüten in einer nebligen, dunkelgrünen Berglandschaft

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Kleine oder größere Verletzungen oder auch Operationen, Infektionen jeder Art ziehen oftmals eine Behandlung mit antibiotischen Mitteln durch den Tierarzt nach sich. Gott sei Dank gibt es diese Mittel, sonst würden viele Banalverletzungen, die sich infizieren und evtl. eine Phlegmone bilden, für so einige unserer Pferde tödlich enden.

Antibiotika sind ein Segen, wenn sie verantwortungsvoll und nicht bei jeder Kleinigkeit eingesetzt werden.

Antibiotika: Wichtige Helfer bei Infektionen und ihre Wirkung im Organismus

Antibiotika töten rasch die Keime in einer infizierten Wunde (bakterizide Wirkung) oder hemmen deren weiteres Wachstum ( bakteriostatische Wirkung ). Leider wird auch das gesunde Darmmikrobiom des Dickdarmes mehr oder weniger stark abgetötet oder mindestens stark dezimiert. 

Das gesunde Darmmikrobiom umfasst beim gesunden Pferd viele Billionen Keime aus ganz vielen unterschiedlichen Spezies, die zusammen sowohl verantwortlich sind für eine reibungslose Verdauung uns Nährstoffaufnahme, als auch für die gute Immunkompetenz eines Pferdes (80 % der Immunzellen des Körpers sitzen im Dickdarm auf den Darmschleimhäuten und bilden dort einen dichten Biofilm). 

Der Immunstatus, also die Fähigkeit sich gegen Keime aller Art und andere negative Einflüsse zur Wehr zu setzen ist sehr eng gekoppelt an die Gesundheit und die Fitness des Darmmikrobioms. Auch produziert das Dickdarmmikrobiom des Pflanzenfressers Pferd die meisten Vitamine, die der Organismus benötigt, selbst. Auch langverfügbare Energie in Form von kurzkettigen Fettsäuren produzieren diese gesunden Darmkeime.

Die gesunden Darmkeime brauchen nicht viel, leisten aber Wesentliches für den Organismus. Ohne einen gesunden Darm/ genauer: ein gesundes, zahlreiches, vielfältiges Mikrobiom ist alles andere nichts.

Wie also hält man die Darmkeime gesund und fit?

Zentral wichtig ist die Nahrungsgrundlage für das Darmmikrobiom. Darmbakterien ernähren sich ausschließlich von Rohfaser. Also Heu, Heu und nochmals Heu. Oder genauer: Raufutter satt!!! Von bester Qualität und mind. 2 kg pro 100 kg Lebendgewicht/ Tag. Dickerchen sollten die gleiche Menge bekommen, dann aber deutlich mehr arbeiten, um abzuspecken. Heu zu reduzieren, geht immer zu Lasten der Darmgesundheit ( des Magens sowieso) und damit auch zu Lasten der Immunkompetenz. Wenig Getreide und wenig Zucker im Futter. 

Das Pferd, jedes Pferd unabhängig von Rasse und Adel ist genetisch weder ein Getreide- noch ein Zuckerfresser und hat entsprechend nur geringe Möglichkeiten/ Verdauungswerkzeuge, Getreide und Zucker/ Fruktan zu verdauen. Also ist es zwingend nötig, die Menge dieser Substanzen in der täglichen Ration für alle Pferde gering zu halten. 

Hafer ist ein hervorragendes Pferdefutter, sollte aber mengenmäßig eingegrenzt werden. Es ist immer besser, mehr Raufutter als zusätzliches (getreidehaltiges) Kraftfutter zu füttern. Melasse, Karotten, Rote Beete, Dextrose, Apfelsirup/ Apfeltrester und andere Zuckerarten sollten grundsätzlich gemieden werden, da dies den Darm-pH-Wert sauer werden lässt. Das gesunde Darmmikrobiom braucht aber einen stabilen pH-Wert von ca. 7, also neutral, um optimal gedeihen, sich vermehren und die geforderten Aufgaben erfüllen zu können.

Wurmkuren 1 x im Jahr, nämlich zu Beginn des Winters, mit einer hochwirksamen Mischung auch gegen Magendasseln und gegen Bandwürmer, z. B. Equest Pramox. Evtl. auch noch 1 Wurmkur im Frühjahr. Aber diese nur nach einer Parasitologie. Zu allen anderen Terminen sollte man auch erst mal eine Kotprobe nehmen (Sammelprobe von mind. 3 Tagen)und beim Tierarzt untersuchen lassen, um festzustellen, ob überhaupt entwurmt werden muss. 

Eine Wurmkur belastet die Darmgesundheit immer! 

Die verabreichten Gifte können die Schleimhäute reizen, diese durchlässig machen (Leaky Gut- Syndrom) und das Darmmikrobiom schwächen. Die beste Wurmkur ist die, die ein Pferd nicht braucht und daher auch nicht bekommt.


Darmsanierung nach Antibiotika: Maßnahmen für einen gesunden Wiederaufbau

Antibiotikaeinsatz ist manchmal unumgänglich, aber die nachfolgende Darmsanierung/ der nachfolgende Darmaufbau sollte zwingend erfolgen. 

In jeder Packungsbeilage eines beliebigen Antibiotikums für den Menschen können wir nachlesen, dass als eine häufige Folge einer solchen Behandlung Durchfälle/ Blähungen und eine Besiedelung mit Candida vorkommen kann. Bei unseren Tieren ist das kein bisschen anders, nur sehen wir keine Packungsbeilagen. Auch bei unseren Tieren sind häufige Folgen einer Antibiose Blähungen, Kotwasser, Durchfälle, selten Koliken, Abgeschlagenheit. Nicht immer verschwinden diese Symptome mit dem Absetzen des Antibiotikums. Oft zeigen sich die Nachwirkungen auch als Hautproblem, als beginnende Allergie oder Infektanfälligkeit mit deutlicher zeitlicher Verzögerung (evtl. erst Monate später). Diese möglichen Folgen kann man verhindern, indem man sich bereits während der Antibiose bewusst macht, dass hier Plätze im Darmmikrobiom frei werden (durch Abtöten der gesunden Darmkeime) und sich (antibiotikaresistente) Keime breit machen werden. Auch erholt sich das gesunde Darmmikrobiom zahlenmäßig und artenmäßig sicher nach einer Antibiose leider nicht. 

Beim Menschen kann man inzwischen anhand der Zusammensetzung des Darmmikrobioms feststellen, dass selbst mehrere Jahre zuvor mit Antibiotika behandelt worden ist. So lange sind die Veränderungen in der Zusammensetzung der verschiedenen Keimarten des Darmmikrobioms mindestens nachweisbar. Beim Menschen weiß man durch zahlreiche Forschungsarbeiten inzwischen, dass jede Antibiose endgültig und unwiderruflich ein Darmmikrobiom verändert. Beim Pferd ist es nicht anders, auch wenn die Forschung hier noch vollständig fehlt. 

Ideal für eine Darmsanierung ist es, zunächst die sich breit machenden Schadkeime aus dem Darm zu entfernen, z.B. mit dem Keimbinder DigestoVit. Am besten schon während der Antibiose. Dieses Produkt ist in der Lage, sehr schnell ein breites Spektrum von Schadkeimen aus dem Dickdarm zu binden und der Ausscheidung zuzuführen und das sehr schnell. DigestoVit kann ab der 1. Gabe unterstützen. Eine Kur von 6–12 Wochen, je nach Dauer der Antibiose, reicht völlig aus. 

Dazu sollte man während der Sanierung getreidefrei und zuckerarm füttern. Sonst gelingt keine Darmsanierung. Auch sollte man den pH-Wert im Blick behalten. Das kann am besten über den Einsatz eines pH-Streifentests aus der Apotheke geschehen, mit diesem 1 x tgl. einen frischen Kothaufen beproben. Der gesunde pH liegt bei ca. 7,0. Wenn dieser über mehrere Tage deutlich abweicht, sollten Maßnahmen getroffen werden, die das Milieu im Dickdarm regulieren., z.B. über BasoHealth. 

Gesunde Darmbakterien vermehren sich nur bei neutralem Milieu. Nach der Gabe von DigestoVit sollte anschließend eine Vermehrung der gesunden, noch im Darm vorhandenen Darmkeime erfolgen. Ideal dafür geeignet ist DigestoCure. Enthalten sind ganz viele verschiedene Prebiotika für gesunde Darmkeime, die sich davon bevorzugt ernähren und außerdem die kurzkettige Fettsäure Butyrat, die Schleimhäute unterstützt und für mehr langverfügbare Energie im Pferd sorgt. Auch diese Kur ca. 12 Wochen lang geben. Dann sollten wieder weitgehend normale Verhältnisse im Mikrobiom vorherrschen. 

Darmpflege heißt immer auch Ganzkörperpflege und Stärkung des Immunsystems. Betreiben Sie Prophylaxe, und warten Sie nicht auf die möglichen Folgen einer Antibiose. Ihr Pferd wird es Ihnen mit großer Fitness und Gesundheit danken. Darm- und Mikrobiompflege bedeutet auch Longevity fürs Pferd. Alt werden und doch jung bleiben. Das kann man mit einer Stärkung der Mikrobiomgesundheit erreichen. 

Nicht nur beim Pferd… 

Wenn Sie weitere Beratung wünschen, wenden Sie sich gerne direkt an mich:

Herzlichst

Ihre Anja Beifuss 
Dipl.-Ing. (FH)

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