Atemwegserkrankungen beim Pferd
Die Darm-Lungen-Achse
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Immer mehr Pferde leiden immer häufiger an irgendwelchen Problemen des Atmungsapparates. Husten, Fieber, wiederkehrende Infekte, intensive Schleimbildung, häufig auch in der immunschwachen Zeit des Fellwechsels. Mobile Solekammern und Inhalatoren finden sich mittlerweile in jedem Stall. Warum ist das denn so?
Haltung, Fütterung und Bewegung: Einflussfaktoren auf die Atemwegsgesundheit beim Pferd
Immer mehr Pferde leben in einer Haltung, die mehr oder weniger Stunden pro Tag draußen auf Paddocks, auf Koppeln, in Offenställen beinhaltet. Die meisten Pferde leben mindestens in einer Paddockbox, geschlossene Innenboxen sind kaum noch anzutreffen. Also an zu wenig frischer Luft kann die dramatische Entwicklung der Atemwegserkrankungen eigentlich nicht liegen.
Natürlich spielt eine adäquate Haltung und Fütterung eine zentrale Rolle in der Pferdegesundheit. Neben viel frischer Luft sollte das Pferd genügend große Flächen mit viel freier Bewegung haben, also auch traben und galoppieren können, am besten mit Pferdegesellschaft, je mehr, desto besser. Es sollte auf sauberem Einstreu von hoher Qualität oder auch auf staubarmen Einstreu stehen. Zentral wichtig ist ein konstanter Zugang zu qualitätvollem Raufutter, die Portionsfütterung passt für die meisten Pferde nicht, da praktisch meist viel zu wenig Raufutter gefüttert wird. Inzwischen leider auch in Offenställen, mit oder ohne zeitgesteuerten Raufen.
Mitunter haben Pferde täglich 2 x Fresspausen von 5 h und mehr. Stroh ist hier keine adäquate Zwischenfütterung. Oder das Pferd hat zu wenige Minuten am Heuautomaten, wenn auch gut über 24 Stunden verteilt. Das ist eine tägliche, extrem schlechte Situation für die Magengesundheit, vor allem aber für die Gesundheit des Mikrobioms im Dickdarm.
Die Darm-Lungen-Achse beim Pferd: Verbindung zwischen Mikrobiom und Immunsystem
Was hat die Gesundheit des Dickdarmmikrobioms mit Lungenerkrankungen und Husten zu tun?
Auf den ersten Blick nichts. Dennoch gibt es unzählige Querverbindungen zwischen dem Zustand des Dickdarmmikrobioms und den verschiedensten Körperregionen. Gesundheit oder Krankheit wird im Darm entschieden!
Der Dickdarm ist das Immunorgan Nr. 1. Die Immunzentrale des Organismus sitzt beim Menschen und beim Pferd im Dickdarm. 80 % aller Immunzellen befinden sich dort und werden nicht von körpereigenen Zellen, sondern von den gesunden Darmkeimen des Mikrobioms gebildet. Diese gesunden Darmkeime gilt es in den Fokus zu nehmen, was in der modernen (Tier-)Medizin nicht stattfindet.
Gesunde Dickdarmmikroben müssen so zahlreich wie möglich und so artenvielfältig wie möglich sein, dann geht es dem Organismus Mensch oder Tier besonders gut, und dann ist dieser auch besonders immunkompetent. Gesunde Darmkeime ernähren sich von Rohfaser, also dem zentralen Bestandteil im Raufutter. Jegliche Heumengen unter 2 kg pro 100 kg Körper(soll-) Gewicht sind gesundheitsgefährdend und tierschutzwidrig. Wenn zu wenig Raufutter gefüttert wird, sinkt die Zahl der gesunden Darmkeime analog dem zu geringen Raufutterangebot. Damit sinkt die Fähigkeit, Krankheiten abzuwehren.Die Entzündungsneigung im ganzen Körper steigt.
Gefahren durch Schimmelpilze und Dysbiose: Unsichtbare Ursachen für Husten und co.
Die Qualität des Raufutters ist ebenfalls zentral wichtig. Wenn verkeimtes Futter zeitweise oder ständig verabreicht wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Pferd (nicht nur) an der Lunge erkranken kann.
Das Einatmen von Schimmelpilzen und deren Sporen schädigt das Lungengewebe. Aber auch über den Dickdarm hat das Mikrobiom zentralen Einfluss auf die Lungengesundheit. Wenn verkeimtes Futter verabreicht wird, landen die Schimmelpilze und Lagerhefen durchaus auch in größerer Zahl im Dickdarm und siedeln sich dort zuungunsten der gesunden Darmkeime an. Dadurch entsteht eine sogenannte Dysbiose, also eine Fehlbesiedelung im Dickdarm. Also zu viele Schadkeime und immer weniger gesunde Darmkeime. Das hat zur Folge, dass das Mikrobiom nicht normal verdaut und ständig zu viele Abfall-/ Giftstoffe produziert. Diese reizen die Dickdarmschleimhäute und machen sie dauerhaft entzündlich (Silent Inflammation). Außerdem produzieren die Schadkeime Schimmelpilzgifte und Fuselalkohole, die zusätzlich die Schleimhäute seht stark reizen können. Das kann auch der Grund sein, warum das Bedampfen des Heus in vielen Fällen nicht zum gewünschten Ergebnis führt, da die im Heu enthaltenen Gifte dieser Pilze auch nach dem Bedampfen erhalten bleiben und im Dickdarm zu weiteren Reizungen und Entzündungen zusätzlich beitragen.
Diese Silent Inflammation bleibt bei einer Dysbiose dauerhaft bestehen. Sie kann grundsätzlich die Entzündungsbereitschaft in allen Geweben des Körpers, also auch in der Lunge erhöhen. Außerdem kann darüber hinaus zusätzlich ein Leaky Gut, also eine undichte Dickdarmschleimhaut entstehen. Dann wandern Gifte ständig ungebremst in den Körper, die den Stoffwechsel stark belasten können. Dazu noch übergroße Eiweißbausteine, die allergische Reaktionen auslösen können. Die Immunzentrale vor Ort wird aufgrund der Übergröße der Eiweiße, die jetzt durch die „Löcher“ in der Schleimhaut passen, diese nicht mehr als gesundes Futtereiweiß erkennen, sondern als krankmachendes Fremdeiweiß attackieren. Das sorgt für eine ständig überaktive Immunzentrale.
Da Immunzellen im ganzen Körper miteinander kommunizieren müssen, um eine Immunreaktion zu koordinieren, sind auch bald die Immunzellen in der Bronchialschleimhaut permanent überaktiviert. Dann reicht etwas mehr Staub im Stroh oder ein nicht ganz einwandfreier Heuballen oder auch ein paar Pollen aus, um eine völlig unangebrachte Immunreaktion auszulösen.
Und das leider dauerhaft!
Dies kann beim Pferd zu mehr oder weniger ständigem Husten oder mal mehr, mal weniger Luftnot führen.
Ganzheitliche Therapie bei Atemwegserkrankungen: Darmsanierung und Futterumstellung
Kortison und Bronchialerweiterer oder auch Inhalieren wird nur kurzzeitig Linderung, aber ganz sicher keine Heilung oder längerfristige Besserung bringen. Natürlich ist der Tierarzt immer der Ansprechpartner Nr. 1 und Medikamente helfen, eine Akutsituation zu entschärfen.
Wenn man aber ursächlich die Erkrankungen in den Griff bekommen möchte, muss man neben einer Haltungsveränderung, sehr viel mehr Bewegung, Training und Futterumstellung unbedingt den Darm sanieren.
In welcher Form ist immer individuell und nur nach einer Kotprobenuntersuchung in einem Speziallabor möglich.
Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl eines passenden Labors. Nur sehr wenige Labore sind dafür tatsächlich geeignet unabhängig von deren Werbung. Dann muss ein Maßnahmenplan erstellt werden, eine Darmsanierung zieht sich durchaus über 6-12 Monate.
Allerdings muss bereits nach einigen Wochen ein klarer Trend zur Besserung erkennbar sein. Immer zwingend ist eine Futterumstellung auf Futtermittel ohne Getreide, ohne Zuckerzusätze und ohne Kräuter wie z.B. HBD’s® EquiDietic, um leicht verdaulich mit schützenden Schleimschichten auf Schleimhäute zu füttern. Dazu unbedingt ein sehr gutes hochbioverfügbares Mineralfutter wie HBD’s® HorseMineral MBA-frei und viel Raufutter.
Für den Darm kann eine Erstversorgung wie folgt aussehen:
- HBD’s® DigestoVit Forte
- HBD’s® DigestoPhlog
- HBD’s® BasoHealth
Ob das schon reicht, ist abhängig von dem Ergebnis der Kotprobe, welches besprochen werden muss. Wir begleiten Sie bei HBD Vital gerne mit Rat und Tat, bis Ihr Pferd wieder fit und belastbar ist.
Herzlichst
Ihre Anja Beifuss
Dipl. -Ing. (FH)