Die Darm-Haut-Achse beim Pferd
Wie der Darm die Gesundheit der Haut beeinflusst
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Sehr viele Pferde leiden ständig oder immer mal wieder an Hautproblemen. Das reicht von leichten Auffälligkeiten wie z.B. vermehrter Schuppenbildung und teilweise trockener Haut bis hin zu schwerem Ekzem, Sarkoiden, ständigen Pilzinfektionen, Mauke/ Raspe, wiederkehrendem Milbenbefall und Juckreiz.
Die Maßnahmen der Tierärzte und Besitzer sind ebenso zahlreich wie meist auch ohne dauerhafte Heilung. Bei chronischen Problemen bleibt oft nur Cortison als Dauergabe oder auch immer wieder Antibiotika. Das ist keine lebenslange Lösung. Weder für das Pferd noch für Ihren Geldbeutel.
Da stellt sich mal wieder die Frage nach den Ursachen.
Chronische Hautprobleme beim Pferd - mehr als nur ein Hautproblem
Ein chronisches oder wiederkehrendes Hautproblem ist nie ein lokales Problem in der Haut, sondern, wie beim Menschen auch, liegen die Ursachen im Darm.
Beim Menschen gibt es seit vielen Jahren eine intensive Forschungslage zum Thema Darmmikrobiom und dessen Auswirkungen auf den restlichen Organismus. Aus diesen Untersuchungen wissen wir, dass der menschliche Organismus in nahezu allen Bereichen vom Zustand des Dickdarmmikrobioms abhängt. Gesundheit oder (chronische) Krankheit wird von der Besiedelung im Dickdarm bestimmt. Nur wenn das vielfältige, zahlreiche Dickdarmmikrobiom überwiegt, und die Anzahl von dort siedelnden Fremdkeimen (Pilze, Schadbakterien) nur sehr gering ist, geht es dem Organismus gut. Man weiß heute, dass rund 85 % aller Krankheiten, die beim Menschen auftreten können, ursächlich im Dickdarmmikrobiom entstehen. Eine Forschungslage beim Pferd ist praktisch nicht vorhanden. Aber nach über 20 Jahren Arbeit mit schwerkranken, oft austherapierten Pferden und Hunden kann ich sicher sagen, dass es nur geringfügig anders als beim Menschen ist. Sehr Vieles ist vergleichbar. Die Haut ist der Spiegel des Zustandes des Dickdarmmikrobioms.
Wie kommt es zu einer Fehlbesiedelung im Dickdarm?
Ursachen gibt es viele:
- Antibiotik: Diese töten nicht nur Infektionskeime in einer Wunde, sondern auch gesunde Darmkeime ziemlich flächendeckend.
- Übermäßiger Stress: Dabei produziert der Magen über einen längeren Zeitraum mehr Magensäure als in stressarmen Zeiten. Dies lässt auch den Ph-Wert im Dickdarm fallen. Das gesunde Darmmikrobiom braucht aber ein neutrales Milieu, um gut gedeihen und sich vermehren zu können.
- Medikamente wie Wurmkuren, Sedationen, Narkosen, Entzündungshemmer haben negativen Einfluss auf das gesunde Dickdarmmikrobiom, aber auch auf die Schleimhäute im Dickdarm (die größte Körperoberfläche).
- Limitierte Heufütterung: Das ist eine Katastrophe nicht nur für den Magen, sondern auch für die Dickdarmmikroben, die sich ausschließlich von Rohfaser und Ballaststoffen ernähren. Wenig Heu (alles unter 2 kg/ 100 kg Lebendgewicht/ Tag) bedeutet auch wenig Futter für gesunde Darmkeime, außerdem mehr Säure im Dickdarm, da nicht genug gekaut und damit basischer Speichel produziert wird.
- Schlechte Heuqualität: Davon wird ein intelligentes Pferd nur das Nötigste zum Überleben fressen. Konsequenzen siehe Punkt vorher. Außerdem gelangen mit diesem schlechten Heu Unmengen von Schimmelpilzen und Lagerhefen kontinuierlich in den Dickdarm. Diese können sich auch dann dort ansiedeln und vermehren.
Darmmikrobiom als zentrale Ursache von Haut- und Entzündungserkrankungen
Wenn dieses Mikrobiom fehlbesiedelt ist, also weniger gesunde Darmkeime vorhanden sind, stattdessen übermäßig viele Fremdkeime, oder aber auch nur ein extrem dezimiertes gesundes Dickdarmmikrobiom, dann entsteht ganz grundsätzlich 24/7 eine Fehlverdauung im Darm. Diese Fehlverdauung führt zur dauerhaften Produktion von zu vielen Giftstoffen (Abfallstoffen). Diese reizen kontinuierlich die Dickdarmschleimhäute. Nach einigen Wochen/ wenigen Monaten wird daraus eine chronische, flächige Entzündung (Silent Inflammation). Diese testet man leider nicht im Blutbild, was es für Tierärzte nicht eben einfacher macht. Dort werden nur Akutzustände abgebildet. Diese Entzündung an den Schleimhäuten des Dickdarmes reguliert die Entzündungsneigung im ganzen Körper.
Das heißt, dass bei einer Mikrobiomverschiebung im ganzen Körper dauerhaft eine erhöhte Entzündungsneigung auch z.B. in der Haut besteht. Außerdem entwickelt sich aus dieser Silent Inflammation ziemlich bald ein Leaky Gut, eine hochdurchlässige Dickdarmschleimhaut. Also wandern in der Folge Giftstoffe in großen Mengen aus dem Darm/ Futterbrei ins Blut und belasten den Stoffwechsel. Wenn das Pferd (wie leider die meisten Pferde) an Mineral-und Baustoffen mangelernährt ist, kann der Stoffwechsel, die Leber nicht gut entgiften. Sehr oft suchen sich diese Giftstoffe aus dem Darm dann andere Wege. Das kann die Haut sein, das können die Hufe mit chronischer Strahlfäule sein, aber auch das Unterhalten einer Rehe und chronische Leber-/ Nierenprobleme.
Die Haut ist eine gute Möglichkeit, Giftstoffe nach draußen zu schaffen. Zusammen mit einer erhöhten Entzündungsneigung entstehen die eingangs beschriebenen chronischen Hautkrankheiten. Beim Ekzem kommt noch eine allergische Komponente hinzu, die ebenfalls an den Dickdarmschleimhäuten entsteht. Die gesunden Darmkeime bilden übrigens auch die Immunzentrale des Körpers. Dort sitzen 80 % aller Immunzellen des Körpers. Diese Immunzentrale wird sich durch die Situation an den Schleimhäuten im Daueralarm befinden müssen. Daraus entstehen sämtliche Allergien, auch die der Lungen, sowie Autoimmunerkrankungen.
Hier wird also deutlich, dass eine chronische Hauterkrankung niemals nur durch eine Behandlung von außen oder dauerhaft durch Einsatz von (das Immunsystem unterdrückenden) Cortison sowie durch Antibiotikaeinsatz zu heilen sein wird. Diese Medikamente werden kurzfristig Linderung verschaffen, bei Infektionen, die drohen, sich in einen Einschuss zu entwickeln, müssen natürlich antibiotisch erstbehandelt werden. Eine langfristige und dauerhaft tragfähige Lösung ist das aber niemals. Was also ist zu tun?
Ganzheitliche Therapie: Darm sanieren statt nur Symptome behandeln
Zu empfehlen wäre die Kontaktaufnahme zu uns bei HBD, da wir sehr viel Erfahrung mit ursächlich wirksamen Maßnahmen (Darmsanierung, Entgiftung, Ernährungsumstellung) haben. Gerne stelle ich Ihnen einen Maßnahmenplan zusammen und begleite Sie, bis das Pferd wieder vollständig fit ist.
Entscheidend ist vor allem bei dieser Betreuung durch uns, dass wir bei einem Speziallabor (bitte lassen Sie sich bei der Laborauswahl unbedingt von uns beraten) eine Kotprobe Ihres Pferdes untersuchen lassen, da ein Maßnahmenplan immer individuell ist je nach dem vorliegenden Problem.
Für eine Sofortmaßnahme empfehle ich eine Fütterungsumstellung auf ein Kraftfuttermittel ohne Getreide, ohne Zuckerzusätze und ohne Kräuter, der Einsatz dieser Komponenten würde sämtliche Bemühungen um das Mikrobiom konterkarieren. Sehr zu empfehlen sind hier EquiDietic, EquiGlyk oder Vitalo. Außerdem sollte das Pferd exzellent mit Vitalstoffen versorgt sein, ein Muss für den Einsatz einer Spitzenvitalstoffmischung wie HBD’s®HorseMineral MBA-frei. Außerdem bieten sich für eine Erstbehandlung des Pferdes an: DigestoVit oder DigestoVit Forte und natürlich HeparMin.
Alles Weiter würde ich gern mit Ihnen in einem kostenfreien Kurzgespräch klären.
Herzlichst
Ihre Anja Beifuss
Dipl. -Ing. (FH)