Notwendigkeit von Entgiftung und sich verändernden Umwelteinflüssen
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Zu Beginn einige Fakten:
Nie wurden unsere Pferde mehr umsorgt, besser untergebracht und auch mit Ausrüstung versehen, nie waren die Bemühungen durch uns Pferdehalter größer, das Wohlergehen unserer Pferde zu optimieren. Nie war aber auch die Zahl der stoffwechselproblematischen Pferde größer als heutzutage. Der Tierarzt/Tierheilpraktiker ist Dauergast in vielen Ställen, was vor 20 Jahren so nicht der Fall war. Außerdem werden unsere Pferde immer älter bei, leider auch bereits in jungen Jahren, beständig steigender Krankheiten...
Einige Beispiele:
Rehe sowie Ekzem waren bis vor ungefähr 20 Jahren ein Problem, das nahezu ausschließlich bei Spezialrassen wie den (importierten) Islandpferden, diversen Ponyrassen sowie bei fehlerhaftem Anweiden oder auch zu reichhaltigem Kraftfutterangebot auftrat. Mittlerweile ist Hufrehe/Ekzem auch beim Warmblüter/Vollblüter und anderen hoch im Blut stehenden Rassen eine ständige Begleiterscheinung auch ohne die genannten Auslöser, oft ohne direkt erkennbare Ursache!
Erkrankungen wie Cushing oder PSSM gab es bis vor wenigen Jahren zwar durchaus, diese waren aber eine seltene Erscheinung. Zivilisationskrankheiten wie EMS gab es bis vor einigen Jahren kaum bis nicht. Heute sind alle diese Erkrankungen leider in jedem Stall vertreten und auf dem Wege, Massenphänomene zu werden. Erkennbar auch daran, dass es sich für alle großen Futtermittelproduzenten lohnt, spezielle Angebote für diese Kundengruppe im Programm zu haben.
Warum geht diese Entwicklung so vonstatten?
Heute ist man sich in den meisten alternativmedizinischen Sparten einig, dass einer Stoffwechselerkrankung immer auch eine Überlastung des Organismus mit Schadstoffen zugrunde liegt.Dies geht außerdem immer einher mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Mineralstoff- und Spurennährstoffmangel.
Ursachen: Nährstoffmangel und steigende Schadstoffbelastung
Ein Organismus, egal ob Mensch oder Tier, sieht sich heutzutage mit der Tatsache konfrontiert, dass die angebotenen/erhältlichen Lebensmittel/Futtermittel deutlich geringere Gehalte an Spurennährstoffen/Mineralstoffen aufweisen und dies umso mehr, je weiter verarbeitet ein Produkt ist.
Unsere Futter-/Lebensmittelpflanzen wachsen auf ausgelaugten und/oder einseitig beanspruchten Böden. Mineral- und Spurennährstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe sind aber die Grundlage für jeden Organismus, um reibungsloses Funktionieren sowie Leistungsfähigkeit und eine gute Immunabwehr zu gewährleisten. Wenn diese vorgenannten Stoffe dauerhaft in der täglichen Ration nicht ausreichend vorhanden sind, wird der Organismus diese Aufgaben allmählich immer unzureichender erfüllen können. Wenn dann Mehrbedarfssituationen, wie z.B. Fellwechsel, Stress, starke Leistungsbeanspruchung, ein fortgeschrittene Alter, Infektionsdruck im Stall hinzukommen, wird die Mangelsituation verschärft. Die körpereigenen Speicher für bestimmte Nährstoffe werden allmählich geleert, was beispielsweise auch eine verminderte Enzymproduktion im Organismus nach sich zieht, ohne dies schlüssig im Blutbild verfolgen zu können. Entscheidend für einen derartigen Mangel ist der Gehalt an Nährstoffen im intrazellulären Bereich, messbar im Blut ist dieser Gehalt aber nicht, da dort nur Serumwerte gemessen werden.
Ein mehr oder weniger ausgeprägter Spuren- und Mineralstoffmangel bildet, neben anderen auslösenden Faktoren, immer die Grundlage, auf der sich eine Krankheit entwickeln kann, da der Organismus nur noch eingeschränkt seinen vielgestaltigen Funktionen nachkommen kann.
Außerdem sieht sich ein Organismus heutzutage mit zunehmender Schadstoffbelastung konfrontiert. Nicht nur aus der Umwelt kommend, aus Böden, Wasser und Luft, sondern auch durch Beistoffe in Medikamenten, wie z.B. oft metallhaltige oder schwermetallhaltige Konservierungsmittel oder auch durch Zugabe von oft synthetischen Farb-, Geschmacks- und Konservierungsmitteln/Melasse im Kraftfutter.
Rolle von Darm, Mykotoxinen und innerer Belastung
Hinzu kommt in den letzten Jahren durch die zunehmend schlechteren Raufutterqualitäten eine deutlich steigende Belastung an Schimmelpilzgiften/Mykotoxinen, mit denen sich der Pferdeorganismus tagtäglich auseinandersetzen muss. Ein Pferd hat einen wesentlich empfindlicheren Stoffwechsel als der Mensch. Diese Mykotoxine sind hochgradig belastend für Mensch und Pferd.
Auch der Zustand des Darmmikrobioms spielt bei der
Belastung des Organismus eine wesentliche Rolle:
Wenn das Mikrobiom dysbiotisch verändert ist, wird
der Körper überschwemmt mit Giftstoffen aus dem
Dickdarm.
Diese Schadstoffbelastungen können nur teilweise
durch die körpereigenen Entgiftungsorgane entsorgt
werden, ein Teil wird immer im Körper gespeichert,
vorzugsweise im Fett- oder Bindegewebe, teilweise
aber auch in der Leber und in den Gelenken. Die
körpereigene Ausleitung von Schadstoffen ist aber
direkt gekoppelt an eine ausreichende Versorgung
mit Spurennährstoffen. Wenn beispielsweise ein
Zinkmangel besteht, wird ein Organismus nur be-
grenzt über die Leber entgiften können, da eine aus-
reichende Zinkversorgung erst eine normale Entgiftung der Leber möglich macht.
Auch B-Vitamine benötigt die Leber zum Entgiften. Normalerweise produziert das Mikrobiom des Pferdes diese Vitamine selbst. Bei Vorliegen einer Dysbiose ist dies nicht mehr möglich.
Individuelle Entgiftung als notwendige Maßnahme
Wenn die körpereigene Entgiftung also zum einen durch ein Mehr an Schadstoffen belastet ist und gleichzeitig ein Mangel an genau für diese Körperfunktionen notwendigen Nährstoffen besteht, werden sich diese Schadstoffe im Körper anreichern. Irgendwann ist dann, individuell von Pferd zu Pferd unterschiedlich, eine Grenze erreicht, ab der der Körper dies nicht mehr kompensieren kann. Es entstehen Funktionsstörungen und Krankheiten.
Es gibt keine Standardempfehlungen, um ein Pferd zu entgiften. Das sind immer individuelle Maßnahmen, abgestimmt auf die Problematik, die ein Organismus zeigt. Unter Umständen auch durch alternativmedizinische Maßnahmen ergänzt.
Falls weiterer Beratungsbedarf besteht, kontaktieren Sie mich gerne.
Herzlichst
Ihre Anja Beifuss
Dipl.-Ing. (FH)