Importierte Pferde
Bringen oft viele gesundheitliche Probleme mit sich
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Der Trend, sich keine einheimischen Pferde zu kaufen, hält unvermindert an. Favoriten derzeit sind Tinker aus Irland, Isländer aus Island und Spanier aus Andalusien sowie Lusitanos aus Portugal. Oft werden diese als ideale Freizeitpartner angesehen, weil sie sehr gutmütig sind (Tinker), ausgesprochen bequem zu sitzen und sehr veranlagt für die Dressur (PRE und Lusitanos) oder begabt als Mehrgänger (Islandpferd).
Warmblüter werden inzwischen vom Freizeitreiter oft als zu groß, unhandlich und leider aufgrund des massiven Zuchtfortschritts als gesundheitlich wenig haltbar, aber auch als oft nicht mehr händelbar vom Normalreiter angesehen. Daher geht der Trend immer mehr zu den Spezialrassen.
Wer trotzdem ein Warmblut haben möchte, wird sehr oft in Polen oder Tschechien fündig. Dort sind die Pferde oft noch sehr robust und ausgesprochen günstig.
Was es aber bedeuten kann, sich ein Pferd aus dem Ausland zu kaufen, ist den wenigsten Käufern tatsächlich bewusst.
Ursachen und gesundheitliche Risiken bei Importpferden
Leider gibt es eine Fülle von spezifischen, oft gesundheitlichen Problemen, die diese Importpferde mit sich bringen oder in ihrem neuen Zuhause entwickeln können. Grundsätzlich ist der Wechsel aus einem angestammten Lebensraum mit entsprechenden klimatischen Verhältnissen, die daraus resultierende, für die Fütterung entscheidende Grasgrundlage, die dort heimischen Insekten und nicht zuletzt der Umgang mit dem Lebewesen Pferd in der Heimat entscheidend, ob sich bestimmte Erkrankungen später, bei den neuen Besitzern manifestieren können oder nicht.
Zunächst sind die Klimabedingungen entscheidend, unter denen sich die verschiedenen Pferderassen oft schon seit Hunderten oder Tausenden von Jahren entwickeln.
Der Isländer und der Tinker wird aufgrund des rauen Klimas auf den jeweiligen Inseln andere Grasarten/ Zusammensetzung des Heus vorfinden als z.B. im fast schon mediterranen Klima in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Pferde und deren Ver-dauungsapparat (das Darmmikrobiom im Dickdarm) sind aber an solche Gräser gewöhnt und angepasst und nicht unbedingt an fette, zuckerhaltige und sehr eiweißhaltige Kleewiesen oder an die bei uns vorherrschenden, schnellwachsenden Turbogräser.
Ähnliches finden wir beim PRE oder dem Lusitano. In den Heimatländern dieser Rassen wird traditionell kaum bis überhaupt kein Heu gefüttert. Die Pferde erhalten zur Rohfaserversorgung Stroh und Johannisbrot und als Kraftfutter Hafer und viel Gerste. Dementsprechend anders sieht das Darmmikrobiom im Dickdarm aus. Auch die dort lebenden Insekten sind aufgrund der ganz anderen Temperaturen völlig unterschiedlich zu den Insekten bei uns. Deren Stiche können daher für das Immunsystem des Pferdes (dessen Zentrale sitzt im Dickdarm und wird vom gesunden Darmmikrobiom gebildet) überraschend sein, sicher unbekannt und kann daher leider auch heftige Reaktionen bis hin zum Ausbrechen einer Allergie (Ekzem) auslösen.
Die Hälfte aller Import-Isländer entwickelt innerhalb von 2 Jahren leider ein Ekzem.
Werden die o.g. Rassen nach Deutschland importiert, beginnen bald die Probleme, die Ernüchterung der neuen Besitzer stellt sich oft sehr bald ein. Kotwasser, Blähungen, extremes Aufschwemmen der Pferde, sehr oft Hautprobleme, s.o., allgemeine Schwäche, chron. Leberprobleme, Muskel- und Leistungsabfall sind häufig vorkommende Probleme bei diesen importierten Pferden.
Hinzu kommt ein oft stressiger Umgang durch die früheren Besitzer, die die Pferde mehr oder weniger anders reiten, ausbilden und behandeln. Das verursacht massiven Stress, ebenso ist der Transport in die neue Heimat oft mit Stress verbunden.
Stress führt immer zur vermehrten Magensäureproduktion, manchmal zu Magenproblemen, immer aber zu einer pH-Wert-Verschiebung im Dickdarm. Das hat Konsequenzen für das gesunde Mikrobiom, dass unter mehr Säure im Dickdarm allmählich umgebaut wird. Oft siedeln sich Fremdkeime in hoher Zahl an, die die Darmfunktion und die Immunleistung negativ beeinflussen werden. Die Entzündungsbereitschaft und die Allergieneigung kann dadurch deutlich steigen. Auch eine Reduktion gesunder Darmkeime ist zu erwarten. Eine Dysbiose entsteht.
Diese hat Konsequenzen für den ganzen Körper und wird ohne zielgerichtete Behandlung des Mikrobioms sehr belastend für das Pferd und den Besitzer sowie dessen Geldbeutel sein. Eine Dysbiose kann der Körper von allein nicht beheben. Der Darm muss zielgerichtet saniert werden, entsprechende Fütterung dient als Grundlage. Gerne stehen wir von HBD Vital jederzeit für Ihre Fragen bereit. Gerne stehen wir auch für Beratung zur Verfügung, wenn die Planung steht, ein Importpferd anzuschaffen. Es gibt eine Fülle von Maßnahmen, die helfen können, obige Probleme gar nicht erst auftreten zu lassen oder schnell zu minimieren.
Herzlichst
Ihre Anja Beifuss
Dipl. -Ing. (FH)