Die Entzündung und der Darm
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Man muss bei Entzündungen unterscheiden zwischen akuter bzw. chronischer Entzündung und erhöhter Entzündungsneigung. Natürlich gibt es viele lokale Ursachen, wie z.B. eine Infektion oder eine Verletzung, die zu einer Entzündung führen können, auch eine Entzündung in einem Gelenk gehört dazu, aber wenn hierfür die Ursache wegfällt, heilen diese lokalen Entzündungen dann auch wieder störungsfrei aus. Diese akuten, lokalen Entzündungen sprechen auf Entzündungshemmer wie z.B. Equipalazone oder Kortison in der Regel gut an. Ganz anders stellt sich das bei chronischen Entzündungen und generell erhöhter Entzündungsneigung dar. Bei z.B. chronischen Hautentzündungen wie der Mauke oder auch chronischen Kehlkopfentzündungen, periodischer Augenentzündung, EOTRH etc., dagegen helfen Entzündungshemmer und Antibiotika nur kurzfristig oder kaum.
Warum ist das so?
Der Darm als zentrales Steuerorgan für Entzündungen
Erhöhte Entzündungsbereitschaft beginnt nicht lokal an der betroffenen Körperregion, sondern systemisch im Darm. Die Haut, der Kehlkopf, die Zähne oder das Auge sind dann nur die Projektionsfläche, auf der sich das an anderer Stelle entstandene Problem zeigen kann.
Betrachten wir einmal den Darm näher:
Schon bei den alten Chinesen und Indern war der Darm das Zentrum der Gesundheit. Dieses uralte Wissen ist nur leider im Laufe der Zeit in unserer modernen Schulmedizin verloren gegangen.
Eine Krankheit macht Symptome und diese können durch Medikamente behoben werden. Sind die Symptome weg, ist auch die Krankheit vorbei. Soweit der Glaube der Schulmedizin. Tatsächlich gibt es aber mehr als das.
Der Körper arbeitet in Regelkreisen. Der Darm beeinflusst das komplette Körpergeschehen. Positiv und negativ. Er ist so unendlich viel mehr als ein Verdauungsorgan. Er steuert, nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Pferd die Stimmung, er organisiert die Versorgung mit Nährstoffen und die Entsorgung von Abfallstoffen. Er ist mitverantwortlich für die Produktion von Hormonen. Der Dickdarm beherbergt die Immunzentrale des Pferdes. Ca. 80 % aller Immunzellen leben dort.
Die Fähigkeit, Krankheiten abzuwehren, hängt ganz zentral an der Vollzähligkeit und der Artenvielfalt des Mikrobioms, dem Immunorgan Nr. 1. Ein Organismus ist immer dann besonders gesund und abwehrbereit, wenn besonders viele gesunde Darmkeime im Dickdarm leben und wenn dieses Mikrobiom besonders vielfältig ist, also viele verschiedene Arten beheimatet. Diese Vielfalt und maximale Anzahl der Darmkeime, also die Gesundheit eines Darmmikrobioms wird maßgeblich gesteuert von einer darmgesunden Ernährung, die viele Präbiotika enthält, z.B. viel Rohfaser aus dem Raufutter.
Das im Dickdarm lebende Darmmikrobiom setzt sich beim gesunden ca. 500 kg schweren Pferd aus vielen hundert Billionen gesunden Darmkeimen zusammen. Dieses aus vielen verschiedenen Arten bestehende Mikrobiom ist zuständig für eine möglichst reibunglose Verdauungsfunktion, bei der wenige Gifte anfallen. Wenn aber das Milieu im Dickdarm durch z.B. zu viel anfallende Säure bei einem Magenproblem, zu wenig oder unregelmässige Raufutter oder längerer Entzündungshemmergabe zu sauer wird, normal wäre ein ph-Wert von 6,7-7,0, wird sich das Mikrobiom umbilden. Säureliebende Bakterien und Pilze werden sich hauptsächlich zu Ungunsten anderer Darmkeime deutlich vermehren können. Auch Antibiotika können stark negative Auswirkungen auf sowohl Anzahl als auch Artenvielfalt des Mikrobioms haben. Beim Menschen wurde durch Studien bewiesen, dass die Artenverarmung des Mikrobioms nach Antibiotikagabe endgültig und unwiderruflich ist.
Wenn im Dickdarm eine Dysbiose, also eine Fehlbesiedelung entstanden ist, wird dieser Darm nicht mehr normal verdauen können. Bei dieser Art der Verdauung fallen immer viel mehr Giftstoffe an als gesund sind für den Organismus. Diese ständig anfallenden Giftstoffe reizen die Schleimhäute beständig. In der Folge, meist nur wenige Wochen, wird aus dieser Reizung Entzündung. Man spricht hier auch von „Silent Inflammation“. Diese chronisch schleichend verlaufende Entzündung kann man nicht in einem Blutbild erkennen, da hier nur Akutzustände abgebildet werden können.
Die Schleimhäute des Dickdarmes, die von dieser Silent Inflammation betroffen sind, beherbergen die Immunzentrale des Körpers. Entzündungen an dieser größten aller Körperoberflächen sind immer ein Alarmzustand für das Immunsystem, dass aber durch den dauerhaften Zustand sich irgendwann erschöpft zeigen wird. Es werden dauerhaft entzündungsfördernde Zytokine freigesetzt, um möglicherweise in den Körper eingedrungene Viren und Bakterien zu bekämpfen. Eine sehr gute Erfindung der Natur, wenn es sich um kurzfristig notwendige Immunabwehr handelt. Aber wir sprechen hier von einem dauerhaft überaktivierten Immunsystem, das aufgrund der ständigen Entzündung dieser größten aller Körperoberflächen nicht mehr herunterfahren kann. Das erhöht die Entzündungs-/ Allergiebereitschaft im ganzen Körper. Sämtliche Bereiche des Körpers können hiervon betroffen sein. Also kann auch eine Entzündung in den Zähnen (EOTRH) oder im Auge (Periodische Augenentzündung) sowie direkt im Darm (chronische Dünndarmentzündung oder IBD) mindestens unterhalten und getriggert werden, wenn nicht sogar, wie im Fall von EOTRH und IBD der Dickdarm der ursächliche Auslöser für diese Erkrankung ist.
Hier wird nur Abhilfe und dauerhafte Gesundung möglich sein, wenn man die Ursachen beseitigt. Haltungsprobleme, die Stress verursachen, weniger unnötige Medikamente geben, ausreichende Raufuttergaben von guter bis sehr guter Qualität, sauberes, keimarmes Tränkwasser, etc.
Im Falle von manifesten Erkrankungen ist es sinnvoll, eine mikrobiologische Untersuchung des Kots des Pferdes zu veranlassen, allerdings können das vollumfänglich nur ausgesuchte Labore. Bitte fragen Sie uns hierzu, wir helfen Ihnen, das richtige und auch günstige Labor zu finden. Aus dem Ergebnis ergibt sich dann ein Maßnahmenkatalog, den wir Ihnen gerne erstellen und sie dabei unterstützen und begleiten, bis das Pferd wieder vollkommen fit ist.
Es gibt nicht eine Darmsanierung für alle Pferde. Das ist immer individuell. Bis zur genauen Klärung der individuellen Problemstellung ist es sehr wichtig, das Pferd ohne Getreide, ohne Zuckerzusätze und ohne Kräuter sowie mineralstoffreich zu füttern. Getreide und Zucker füttert Schadkeime im Dickdarm und verstärkt die Toxinproduktion im Dickdarm, Kräuter enthalten ätherische Öle, die zusätzlich die Dickdarmschleimhäute reizen können.
HBD Vital® ist ein Spezialist für solche Produkte, die hier ideal eingesetzt werden können:
- EquiDietic
- Vitalo und
- EquiGlyk
- sowie unser Highlight unter den Mineralfuttern: HBD’s®HorseMineral MBA-frei.
Dazu empfehlen sich Produkte wie DigestoVit® und DigestoPhlog für den Darm.
Lassen Sie sich von uns beraten und unterstützen. Mit unserer mehr als 20jährigen Erfahrung zu einem gesunden und vitalen Tier.
Wir stehen Ihnen gerne jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und begleiten Sie, bis Ihr Tier wieder fit ist.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Herzlichst
Ihre Anja Beifuss
Dipl. -Ing. (FH)